Zeteler bei der Schach WM

 

Herbert Braams vom Erfolgschef Kloot zu Schach WM Ehren

 

Bronzemedaille auf Kreta gewonnen

 

 

Zetel/WBö, Im Friesensport vor allem als Ehrenamtlicher ist der Zeteler Herbert Braams kein Unbekannter. War er doch 25 Jahre lang, in den Achtziger- und Neunziger Jahren bis 2005 der Feldobmann des Friesischen Klootschießerverbands (FKV). In dieser Zeit als Teamchef zahlreiche EM-Titel eingesackt mit den Spitzenleistungen „seiner“ Klootschießer über 100 Meter. Der nun 82 jährige hat im Seniorenalter aber eine andere Sportart, das Schach bei sich selbst wieder aufblühen lassen. Erfolgreich kehrte er nun von der World Senior Chess Championship 2018 von Kreta in Griechenland zurück. Mit dem Schach hat er schon als 16 jähriger begonnen. Mit 18 Jahren trat er dem Schachclub 1887 Wilhelmshaven bei. Braams: „ Da habe ich in der Verbandsliga gespielt.“ Danach ging es im Schachclub Neuenburg weiter. Verschiedene Auffassung  bei einem Turnierverlauf, für Braams der Entschluss mit 25 Jahren die Figuren ruhen zu lassen. Der Zeteler: „ Ich habe dann 45 Jahre nicht gespielt.“ Wäre das nicht passiert hätte es sicherlich nicht den Funktionär Herbert Braams im Klootschießen gegeben, wie er erklärt.  Im Seniorenalter dann für ihn wieder das Kribbeln zu den Figuren. Im Schulschach gab er sein Wissen in den AG`s in Bohlenberge, Zetel und der IGS Zetel über 10 Jahre weiter. Zweimal schafften die Nachwuchsspieler den Sprung zur Norddeutschen Meisterschaft. Er selbst hat gute Entwicklung bei einigen Kindern durch das Schulfach Schach wahrgenommen: „ Das Sozialverhalten wurde positiv verändert und schulische Leistungen verbessert.“ Er selbst hat seine Spielstärke über Fachzeitungen und Fachbüchern „Partien nachspielen“ verbessert. „Das hat mich nach Vorn gebracht.“ Jeden Tag bringt er sich da mal schnell 1 ½ Stunden ein. Der Schachcomputer ist ein Fremdwort im Hause Braams.  Als 79 jähriger, vor drei Jahren, da hat er wegen Knieprobleme mit dem Boßeln aufgehört, nahm er an der Schach WM in Griechenland auf Kos teil. 340 Amateure brachten sich da in den verschiedenen Klassen ein. Für ihn sprang der 9. Platz heraus. „Das hat mir gut gefallen.“ Jetzt stand die WM der Senioren, ab 50 Jahre aufwärts, auf Kreta an. 188 Spieler umfasste das Teilnehmerfeld. Die Sportler waren nach der Spielstärke in 7 Rating-Gruppen eingeteilt. In seiner Gruppe brachten sich 34 Aktive aus 18 Nationen ein. Spielstark dabei immer die Aktiven aus Russland, Lettland, Neuseeland und Australien. Die Veranstaltung fand im 5 Sterne Fodele Beach Resort statt. Gewisse Bedingungen müssen erfüllt sein. So waren die insgesamt 1000 Quadratmeter Saalfläche, wegen dem Geräuschpegel,  mit 7 Zentimeter dicken Teppichböden ausgelegt. Es herrschte ein absolutes Handy-Verbot. Würde ein Aktiver mit einem Handy erwischt, erfolgt die sofortige Disqualifikation. Die WM dauerte insgesamt 9 Tage. Jeden Tag standen zwei Partien an, wobei bis zu 10 Stunden gespielt wurde. Der ehrgeizige Herbert Braams gewann die Bronzemedaille. Er selbstkritisch: „  Gegen den späteren Weltmeister und Vizemeister, aus Russland und Lettland, war ich auf Gewinnkurs. Abgelenkt habe ich lapidare  Fehler gemacht. Bin aber mit diesem Top-Platz sehr zufrieden.“ Die Schach WM der Profis hat er mit Interesse verfolgt. „Der Weltmeister Magnus Carlsen nervenstark.“ Die jetzige Entwicklung Klootschießen sieht der Fachmann mit Sorge und kommt ins Schwärmen bei den guten alten Klootschießer-Jahrzehnten. Bei der EM 1984 in Garding  in Schleswig-Holstein das FKV Team Europameister mit einer Superleistung. Die 10 Aktiven mit ihren 30 Würfen wiesen dabei eine Durchschnittsleistung von top 88,40 Meter auf. Da ging der Stern vom „Bär von Ellens“ auf. Hans-Georg Bohlken wurde erstmals Europameister mit 100,20 Meter. Zwei weitere Titel sollten bei den nächsten EM`s noch für den Zeteler folgen. Zweiter in Garding wurde vom heimischen Verband Reinhard Christiansen mit 97,20 m. Die Bronzemedaille gewann der Jaderberger Bernd Tapkenhinrichs mit 94,50 m. Die Funktionärstätigkeit bei Herbert Braams schon recht groß, mit einem Lächeln: „ 100 Jahre Ehrenamt“. Neben den 25 Jahren Feldobmann beim FKV, auch diese Position 28 Jahre im Feld bei den Männern und 26 Jahre bei den Junioren im Klootschießerlandesverband Oldenburg (KLVO). 11 Jahre war er Spielleiter im Landesverband und leitete 9 Jahre die Passstelle. Hinzu kommen 2 Jahre als 2. Vorsitzender im KLVO. Vizepräsident der International Bowlplaying Association (IBA) der Zusammenschluss der internationalen Verbände, war der von 2000 bis 2004. Nun freut er sich auf die nächste Schach WM.

 

Zeitungsbericht Ostfriesenkurier

Kategorie: Sonstige, geschrieben am 22.12.2018 von Gyde Riesner