Klootschießen: Das Einbringen lässt stark nach

 

 

Wesermarsch/WBö, Unmut über das Nichteinbringen der gestandenen Klootschießer aus dem Kreisverband Stadland äußern der Ex-Kreisvorsitzender Heinz Müller und sein Nachfolger Frank Bölts.

Heinz Müller: „ Das Auftreten, das Nichterscheinen  der Männern, war gelinde gesagt schwach.

Apelle zeigten leider keine Wirkung. Die Erwachsenen haben eine Vorbildfunktion . Aber leider haben viele taube Ohren. Man muss sich nicht wundern, wenn dann auch die wirklich talentierten Nachwuchswerfer auch fortbleiben.“ Der Kreisvorsitzender Frank Bölts: „ Im Kreisverband Stadland wird den Werfern ein gutes Angebot unterbreitet, sich beim Klootschießen einbringen zu können.

Fachwarte und Helfer stehen parat. Das wird im Schüler-Bereich auch gut angenommen. Talente über den Jugendbereich hinaus weiter zu fördern war schon immer die größte Herausforderung im Friesensport. In dieser Phase gehen die meisten Nachwuchswerfer verloren, was auch beim Boßeln stark auffällt. Das ist nicht neu, schmerzt in diesen schwierigen Zeiten aber noch mehr wie früher.

Läuft es hier nicht, dann verlieren wir auch noch die letzten Jugendlichen. Wo sind sie alle, unsere Medaillengewinner vergangener Europameisterschaften? Viel Zeit wurde in die Förderung dieser Klootschießer investiert. Allerdings wird von nur wenigen etwas zurück gegeben. Bei Großveranstaltungen im Klootschießen sieht man diese sportlichen Größen vergangener Jahre äußerst selten. Das Interesse am Traditionsport Klootschießen scheint sogar bei diesen ehemaligen Leistungsträgern zu schwinden. Da bleibt wirklich nicht viel übrig, wo Nachwuchswerfer sich dran orientieren können. Bei den Deutschen Meisterschaften ist den FKV-Werfern von den Holsteiner Aktiven schon ein deutlicher Nackenschlag verpasst worden. Man ist in der Breite in die zweite Reihe gerutscht.  In 1 ½  Jahren steht die nächste EM in Schleswig Holstein an. Man sieht  aktuell nur eine Handvoll Werfer in der Männer I-Klasse, die sich mit guten Leistungen einbringen könnten. Irgendwie kann man diesen Wandel zusammenfassend als gesellschaftliches Problem bezeichnen. Ehrenämter zu besetzen fällt immer schwerer, Verantwortung wird immer seltener übernommen und das Streben danach, sich dem Nachwuchs gegenüber vorbildlich zu verhalten scheint auch zu schwinden.

Es bröckelt, und solch eine Traditionsveranstaltung wie das Hartwardenschild steht leider aktuell kurz vor dem Abgrund.

Kategorie: Kloot/ Hollandkugel, geschrieben am 30.11.2018 von Gyde Riesner