BOßEL-PUNKTSPIELSAISON 2020/21 ABGEBROCHEN

Bericht und Foto: WBö

 

Damit hatten sich im Vorfeld etliche Funktionäre ausgesprochen

 

 

 

Ammerland/Friesland/Wesermarsch/WBö, Die Boßelsaison 2020/21, der Spielbetrieb in den Ligen, wurde abgebrochen. Das teilte vom Friesischen Klootschießerverband (FKV) Wilfried Gronewold mit. Auf Empfehlung der beiden Landesverbände LKV-Ostfriesland und KLV-Oldenburg wird die Saison 2020/2021 der Straßenboßler nicht fortgesetzt. Bis im Herbst, Ende Oktober 2020 waren erst 3 Spieltage absolviert, bevor nichts mehr lief. Dazu der FKV Medienwart:“ Im Falle von Lockerungen, die Friesensport wieder möglich machen, soll der Schwerpunkt auf Angebote für die Jugend und die Vorbereitung/Qualifikation der EM 2022 liegen. Die FKV-Fachwarte Kloot und Hollandkugel hoffen weiter, die im Herbst 2020 abgesagten Verbandsmeisterschaften Kloot und Hollandkugel nachholen zu können.“ Diese Entwicklung war erwartet worden, wie die Redaktionen der Verantwortlichen aus dem Klootschießer Landesverband Oldenburg (KLVO) und den sieben oldenburgischen Kreisverbänden zeigt:

 

Der kommissarische Vorsitzende Frank Göckemeyer vom KLVO: Das ist die richtige Entscheidung. Niemand kann aktuell vorhersagen wann Mannschaftssport wieder erlaubt ist, daher macht es keinen Sinn auf eine evtl. Fortführung der Saison zu warten.“ Zum Thema Neustart der Saison im September, falls dann überhaupt möglich, und zum weiteren Vorgehen bei Lockerungen, bespricht sich der Vorstand des Landesverbandes mit allen Kreisvorsitzenden am 11. März. Der Landesvorsitzende weiter: „ Bisher gibt es Gedankenspiele aber nichts Konkretes. Zuerst müssen wir abwarten, was die Politik entscheidet. Wann ist Sport unter welchen Voraussetzungen wieder möglich? Zu Problemen könnte es kommen, wenn die Politik uns Sport bei Unterschreitung gewisser Inzidenzwerte erlaubt. Diese Werte in den verschiedenen Landkreisen aber unterschiedlich hoch sind. Der Landesverband muss an alle Sportlerinnen und Sportler in und für alle Disziplinen denken. Zum Beispiel Trainings- und Qualifikationswerfen für die hoffentlich mögliche EM 2022 in Schleswig-Holsten zu planen, genauso wie Mannschaftswettbewerbe zu ermöglichen. Dazu gehört aber vor allem aus meiner Sicht auch, den Terminkalender bei Lockerungen nicht gleich wieder voll zu stopfen, sondern zu aller erst den Vereinen Zeit und Möglichkeit zu geben ihre Mitglieder zu aktivieren und vor allem wieder zu motivieren.“

 

Der Feldobmann im KLVO, Stefan Bruns, hofft die abgebrochene Kloot-Saisonmeisterschaft, noch zu Ende zu führen. Dazu die Kreisvorsitzenden:

 

Axel Kasper, Ammerland, hatte im Vorfeld alle 33 Vereine zu deren Meinung befragt: „Sie waren ja alle für den Abbruch der Saison und mit dem Neustart im September mit dem vorhandenen Spielplan, der auf null gesetzt wird und von vorne mit den Spieltagen wider beginnt.“ Der Ammerländer weiter: „ Boßeln ist ein gutes Hobby und es macht Spaß. Deshalb jetzt aufhören, den Sommer genießen und die Pandemie in den Griff bekommen und dann frohen Mutes die neue Saison anfangen,“ und er ist überzeugt: „ Es werden kaum Boßler abwandern, weil alle Lust daran haben sich an der frischen Luft mit anderen Leuten sportlich zu messen und anschließend in geselliger Runde, wie es sich gehört den Wettkampf Revue passieren zu lassen.“ Im Kreisverband wird der Ammerlandpokal durchgeführt, wo die 1. Runde am 13. Mai beendet sein soll. Das Finale ist für den 22. August geplant. Das Kreisfest ist für den 29. August geplant.

 

Jürgen Frers, Waterkant:“ So sehr die Entscheidung bei den Coronabeauftragten in den Vereinen für Erleichterung sorgt, weil sie Verantwortung und Last von den Schultern nimmt, so schürt sie auch berechtigte Ängste und Zweifel, ob man zukünftig zu einem gewohnten, liebgewonnenen Vereinsleben und -struktur zurückkehren kann. Gerade in den unteren Spielklassen und bei den sogenannten "kleineren" Vereinen hätte es aufgrund einer meist schon recht dünnen Personaldecke zahlreiche Spielabsagen und folgerichtig zu einer Wettbewerbsverzerrung gegeben, bei Fortführung der Saison. Diese Unsicherheit bzw. Angst, dass es Aktive geben wird die dem Boßelsport aufgrund der letzten Wochen und Monate den Rücken kehren werden, wird bei vielen Vereinsverantwortlichen und Spielleitern bis zum ersehnten Neustart im September 2021 sicherlich bleiben. Die Diskussion, die von einigen Sportskameraden gerade geführt wird, die gewonnenen Punkte aus der abgelaufenen in die neue Saison zu übernehmen, lehne ich persönlich ab.Wenn Neustart, dann bitte einen richtigen Neustart.“

 

Siegfried Hodel, Butjadingen: „Die Hoffnung einer tatsächlichen Aufnahme des Spielbetriebes schwand mit jeder Woche mehr. Ein rechtzeitiges klares Bekenntnis zu einer Absage hilft allen bei der Planung. Das Frühjahr könnte, bei Ausfall auch der Einzel- und Mannschaftsmeisterschaften im Boßeln, für Trainingszwecke innerhalb der Vereine oder Kreise genutzt werden. Außerdem hoffe ich bei Freigabe von Sportveranstaltungen darauf, unsere Kloothalle in Stollhamm ausgiebig zu nutzen. Über den Sommer wird sicher auch eine gewisse Vorplanung in Bezug auf Hollandkugel und Kloot gesetzt werden.“

 

Frank Bölts, Stadland: „ Auf Kreisebene beobachten wir die Entwicklung der Pandemie, machen uns aber noch keine Gedanken zu irgendwelchen Terminen. Das macht aktuell noch keinen Sinn, alles hängt von den Entscheidungen der Politiker ab. Wenn der Friesensport wieder erlaubt ist sehe ich als erstes die Vereine, welche kurzfristig reagieren sollten. Die Durchführung von Vereinsmeisterschaften wäre eine gute Möglichkeit, den Mitgliedern etwas anzubieten. Gerade für unsere kleinsten Aktiven ist das sehr wichtig. Mittelfristig betrachtet, könnten in der neuen Saison ab Juli noch ein Kreis-Mehrkampf und die Kreismeisterschaften in Kloot und Hollandkugel vor den Sommerferien angesetzt werden. Dann schauen wir uns nach den Sommerferien den neuen Terminplan vom FKV an, welcher durch die zusätzlichen EM-Qualifikationen sehr voll sein wird.“

 

Heiner Janßen, Jeverland: „Der Saisonauftakt 2021/22 könnte im September mit dem Kreispokalwerfen und der Stadtmeisterschaft beginnen.

 

Abbo Georgs, Wilhelmshaven:“ Wie wir mit der Entscheidung weiter umgehen, hängt davon ab, ob in den nächsten Wochen wieder geboßelt werden darf. Unsere Senioren, außerhalb der FKV Richtlinien, würden gerne ihre Saison zu Ende bringen. Vorstellen kann ich mir, unabhängig davon ob es Einzelmeisterschaften im Landesverband und FKV gibt, Kreiseinzelmeisterschaften durch zuführen oder auch eine Art Stadtmeisterschaft. Es ist  wichtig das die Werfer und Werferinnen wieder auf die Straße kommen. Natürlich alles nur wenn es erlaubt ist.“                       

  

Sören Bruhn, Friesische Wehde: „ Über die weiteren Aktivitäten im Kreisverband kann  jetzt noch keinen Zeitpunkt genannt werden.“

 

 

Gründe die Saison nicht zu verlängern waren unter anderem:

 

Die Mannschaften bekommt man nicht voll in den Sommermonaten, weil jerfahrungsgemäß 80-90 % der Boßler/innen nach Ende der Saison im März nicht wieder gesehen werden. Diese Aktiven sieht man erst zur neuen Saison im September wieder. Etliche Aktive auch in der Gastronomie beschäftigt mit der Arbeitszeit an den Wochenenden. In den Lohnbetrieben fängt im Mai die Saison an und viele sind dort beschäftigt. Nach den Lockerungen stehen bisher ausgefallenen Feiern, wie auch Konfirmationen an. Oder: Im Sommer wollen die Leute wieder raus auf Tour am Wochenende und nicht boßeln.

 

 

Kategorie: Presse, geschrieben am 12.03.2021 von KLVO